Safety Tour

der Feuerwehr Blog

Archiv für die 'News' Kategorie

Das TRT-Mönchengladbach hat es wieder geschafft

Montag 30. August 2010 von fb

16 Teams aus Deutschland kämpften, bei der Rescue Challenge 2010 in Bremen um den Titel des deutschen Meisters.

Das Ziel der Challenge war, eine optimal patientenorientierte Rettung aus verunfallten Fahrzeugen  durchzuführen.
Für die Teilnehmer wurden an 2 Tagen 2 unterschiedliche Szenarien aufgebaut.
Die Szenarien waren in Rapid (10 Minuten) sowie Standard (20 Minuten) unterteilt.

Platz 1:
Gesamtwertung
TRT  – Mönchengladbach powered by S-GARD®
Platz 2:
Feuerwehr Kaltenkirchen
Platz 3:
TRT Sinntal

Platz 1:
Einzelwertung Captain
Frank Gerhards
TRT Mönchengladbach powered by S-GARD®
Platz 2:
Dirk Schiefer
TRT Sinntal
Platz 3:

Björn Kleist
Feuerwehr Kaltenkirchen

Platz  1:
Einzelwertung Medic
Dr. Stefan Paululat
Feuerwehr Kaltenkirchena
Platz 2:
Feuerwehr Ebsdorf
Platz 3:
Michael Schüßler
TRT Sinntal
Platz 4:
Daniel Querner
TRT Mönchengladbach powered by S-GARD®

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gruppenfoto_bremen

Sascha Schubert, Jannis Lingen, Dirk Hermens,
Daniel Querner, Ingo Rolfs, Frank Gerhards

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Video: Schneidetechnik mit einer Säge

Mittwoch 25. August 2010 von fb

Interessantes Video zum Thema Technische Hilfe, Schneide-Technik gefunden …


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Noch Freie Plätze – Safetytour Massong

Dienstag 24. August 2010 von fb

Noch wenige Plätze frei, bei der Safety Tour.

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safetytour_flyer_2010
WO:
Fritz Massong GmbH
Schießgartenweg 8a
67227 Frankenthal
Telefon: 0 62 33 365-0

WANN:
03.09.2010
Technische Hilfeleistung – Grundseminar    Max. Teilnehmerzahl 30
04.09.2010
Technische Hilfeleistung – Grundseminar    Max. Teilnehmerzahl 30
05.09.2010
Technische Hilfeleistung – Teamwork        Max. Teilnehmerzahl 18

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Firma Massong Frau Schenk.

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Rescue Challenge in Bremen – SAFE THE DATE

Montag 23. August 2010 von fb

In Bremen wird den Besuchern der akut und auch allen anderen Interessierten einiges geboten. Im Rahmen der „akut – Deutsches Forum für Notfallmedizin & Rettung“ in Bremen findet vom 27.8.-28.8.2010 im Messe Centrum Bremen, Halle 6, die VFDU Rescue Challenge statt. Hier wird das beste deutsche Team ermittelt, das dann vom 3.-5.9.2010 in Cork Ireland an der World Rescue Challenge Deutschland vertreten kann.

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rescue_chellenge_bremen_2020

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Sind Feuerwehrleute wirklich die Brandstifter ?

Montag 23. August 2010 von fb

Ein 18-Jähriger, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Farsleben im Bördekreis, hat zugegeben, in den vergangenen Wochen mehrere Feuer gelegt zu haben. Ein Phänomen, das immer wieder auftritt. Darüber und die möglichen Gründe sprach Volksstimme-Redakteurin Claudia Labude mit dem Brandsachverständigen und Kriminologen Frank D. Stolt.

Nacht zum 29. Juli 2010: Die Alte Hafenmühle in Magdeburg steht in Flammen, Feuerwehrleute versuchen, den Brand zu löschen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Foto: M. Fricke


Frank D. Stolt, 55, aus Mannheim ist studierter Brandsachverständiger, Sicherheitsexperte, Polizeiwissenschaftler und Kriminologe. Er ist regelmäßig mit Brand- und Explosionsursachenermittlung im In- und Ausland beschäftigt, Lehrbeauftragter an verschiedenen deutschen und ausländischen polizeilichen Aus- und Weiterbildungseinrichtungen sowie am Institut der Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen, Fachbuchautor, freiwilliger Feuerwehrmann und Technischer Fachberater der Feuerwehr Mannheim. Foto: privat

Volksstimme: Herr Stolt, wie tickt ein Brandschützer, der zum Brandstifter mutiert?
Frank D. Stolt: Wir haben eigentlich ein sehr gutes Täterprofil. Der brandstiftende Feuerwehrmann ist männlich, zwischen Anfang zwanzig bis Ende zwanzig, hat eher durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Leistungen in der Schule, ist in seinem Verhalten unauffällig, ist sehr engagiert in der Feuerwehr und – dies ist nicht unwesentlich – zeichnet sich bei den Löscheinsätzen durch Schnelligkeit, Einsatzbereitschaft oder andere besondere Leistungen aus. Diese jungen Männer sind oft leidenschaftliche Feuerwehrangehörige und haben oft nach vergeblicher Suche in anderen Vereinen in der Feuerwehr eine Heimat und Kameradschaft gefunden. Das unterscheidet sie auch grundsätzlich von anderen Brandstiftern. Ihnen geht es nicht um den “Tanz der Flammen” oder den Schrecken und die Angst, die sie in der Bevölkerung verbreiten. Sie legen Feuer, um sich beim Löscheinsatz beweisen zu können. Im Einsatz haben sie endlich die Chance, anderen zu zeigen, was wirklich in ihnen steckt. Sie sind kein mittelmäßiger “Loser” am Rand der Gesellschaft mehr. Sie sind die gefeierten und anerkannten “Helden”. Endlich haben sie den Platz in der Gesellschaft, der ihnen vermeintlich zusteht. Volksstimme: Gibt es Anzeichen, die man im Vorfeld solcher Taten erkennen könnte?

Stolt: Nein, aber eine Reihe von immer wiederkehrenden Risikofaktoren für Brandstifter in der freiwilligen Feuerwehr: männlich, kein ausländischer oder Migrationshintergrund, Alter unter 25 Jahren, Monate bis wenige Jahre Mitgliedschaft in der FF, durchschnittliche bis schlechte schulische Leistungen, durchschnittliche bis schlechte berufliche Situation, Minderwertigkeitsgefühle, Übereifer in der Feuerwehr, rasche Anwesenheit bei “verdächtigen Bränden”, übertriebene Schilderungen der eigenen Leistungen bei der Brandbekämpfung, Meldung des Brandes, Vorstrafen wegen Missbrauchs von Notrufen oder Brandstiftung sowie Alkohol- und oder Drogenmissbrauch.

In den meisten Fällen attestieren psychiatrische Sachverständige volle Schuldfähigkeit und stellen keine Hinweise auf “Pyromanie” fest. Viele dieser jungen Täter kommen mit dem Leben nicht klar, sie haben oft keinen Beruf erlernt oder den Beruf verloren. Auch sind Probleme mit der Freundin nicht selten und immer wieder kommen Alkoholprobleme dazu. Diese Datenbasis mit Täterprofilen von Brandstiftern ist ein Hilfsmittel, um die oft sehr aufwändige und langwierige Ermittlungsarbeit der Polizeibeamten zu erleichtern. Brandserien sind damit aber nicht zu verhindern. Volksstimme: In der öffentlichen Wahrnehmung scheinen sich Fälle, in denen ein Feuerwehrmitglied der Brandstifter ist, zu häufen …

Stolt: Betrachten wir nur die Zahlen, sind Brandstifter bei der FF kein wirkliches Problem. Allerdings die Wirkung nach außen, die diese Fälle haben, ist oft für die betroffenen Feuerwehren verheerend. Aufgrund von Verurteilung gehen wir derzeit von insgesamt ca. 3000 Brandstiftern bei den freiwilligen Feuerwehren aus. Bei ca. 1,3 Millionen Mitgliedern in Deutschlands freiwilligen Feuerwehren liegen brandstiftende Feuerwehrmänner damit im Promille-Bereich. Serienbrandstiftungen aus anderen Motiven sind zahlenmäßig viel häufiger, werden aber auch viel weniger aufgeklärt. Und finden nicht zuletzt auch kein so großes Interesse in den Medien. Dieses Phänomen haben wir aber auch bei anderen Berufsgruppen, zum Beispiel die Krankenschwester, die zum “Todesengel” wird, oder der Seelsorger, der Kinder missbraucht. Volksstimme: Brandstiftung ist also ein Phänomen, das nur bei freiwilligen Feuerwehren vorkommt?

Stolt: Bei den Berufsfeuerwehren gibt es fast keine “Brandstifter”. Nach dem Krieg sind in Deutschland nicht einmal eine Handvoll Fälle gerichtsbekannt geworden. Die Gefahr ist deutlich geringer, dass diese Feuerwehrkräfte zündeln. Auf der einen Seite haben Sie im Hauptberuf genug Einsätze. Als kommunaler Beamter ist sein soziales Prestige nicht vom Engagement bei Löscharbeiten sondern von der Laufbahnordnung abhängig. Ausschließen kann man es jedoch nie. Die Motive für die Brandstiftungen von Berufsfeuerwehrmännern lassen mit Motiven anderer Brandstifter vergleichbar: Versicherungsbetrug, Rache und Eheprobleme.. Volksstimme: Sie kritisieren, dass gerade das vermeintliche Heldenbild, was die Feuerwehrleute von sich selbst und die Öffentlichkeit von ihnen hat, eine Teilschuld an solchem Fehlverhalten haben …

Stolt: Ich unterrichte an einer Ausbildungsstätte für Feuerwehrangehörige. Im Freizeitbereich gibt es auf dem Gelände eine Gaststätte, an deren Tür von züngelnden Flammen umringt steht: HELDENHALLE. Selbst ich mit meinen 55 Jahren und einer langjährigen Erfahrung als aktiver Feuerwehrmann und gerichtlicher Experte für Brandursachenermittlung komme mir sehr “klein” vor, wenn ich dort eine Weile am Tresen den Gesprächen lausche. Unsere Gesellschaft liebt die Gewinner und Starken. Und so lieben wir sie auch, die “Männer, die durch Flammen gehen”. Da wünscht sich so mancher junge, charakterlich noch nicht gefestigte Mensch am Rande der Gesellschaft, dass etwas von diesem Glanz auch auf ihn scheinen möge. Nein, sie wollen nicht unbedingt “Helden” sein, aber Anerkennung und Beachtung finden. Die Mitarbeit in der freiwilligen Feuerwehr scheint einigen der richtige Weg zu diesem Ziel. Volksstimme: Dabei hat sich die Arbeit der Feuerwehren in den letzten Jahren doch gewandelt …

Stolt: Die Brandeinsätze sind in letzten Jahren immer weniger geworden. Hilfeleistungen in allen Lebenslangen bestimmen heute weitestgehend den Feuerwehreinsatz. Beim Beseitigen einer Ölspur mit dem Besen in der Hand wird man aber nicht unbedingt zum “Helden”. Hinzu kommen immer wieder sogenannte Fehleralarme oder der Missbrauch des Feuerwehrnotrufes. Ein umformuliertes “Vater Unser” findet sich auf der Internetseite eines dieser Brandstifter. Darin heißt es: “Unseren täglichen Einsatz gib uns heute” und “führe uns nicht zu Fehl-alarmen, sondern erlöse uns von dem ewigen Warten auf den nächsten Einsatz”. Anerkennung finden sie nur durch ihr Engagement im Einsatz beim Löschen, so glauben diese jungen Männer.
Gelöscht wird nur, wenn es brennt! Also muss es brennen. Dann kann gelöscht werden. Hier kann man sich beweisen und bekommt endlich die ersehnte Anerkennung.

Volksstimme: Für die Feuerwehrleute ist ein Brandstifter in den eigenen Reihen ein Schock. In Farsleben waren es aber die Kameraden selbst, die ihre Indizien der Polizei gemeldet und damit erst zur Ergreifung des mutmaßlichen Brandstifters beigetragen haben …
Stolt: Aktiver, d.h. offensiver Umgang nach außen. Ein Brandstifter im “blauen Rock” ist eben nicht die (!) Feuerwehr. Diese Wahrheit sollte auf allen Ebenen kommuniziert werden. Aber auch aktiver Umgang mit diesem Problem nach innen ist gefragt. Was kann besser gemacht werden? Es ist nicht zu vermeiden, dass es immer wieder einmal Brandstifter in den eigenen Reihen gibt. Aber es kann eine Menge dagegen getan werden. Dazu gehört, nicht dem “St. Florianprinzip” zu verfallen und den “Kopf in den Sand stecken”. Es kann jede freiwillige Feuerwehr treffen. Aus diesem Grund muss vom Wehrleiter bis zum einfachen Feuerwehrmann Sensibilität für dieses Phänomen erzeugt werden. Wer kommt zu uns und wie gehen wir mit denen, die kommen, um? Welches menschliche Klima herrscht in unserer Wehr? Haben wir über unsere “Technikverliebtheit” die Menschen aus den Augen verloren?

Volksstimme: Ihrer Meinung nach ist es ebenfalls problematisch, dass gerade die freiwilligen Feuerwehren keine Aufnahmebedingungen haben, quasi jedem offenstehen. Stolt: Der Fall der Freiwilligen Feuerwehr Pietzpuhl in Sachsen-Anhalt ging deutschlandweit durch die Medien, der Bürgermeisterin, Landrat und Innenministerium beschäftigte. Aufgrund von zu wenigen Mitgliedern war diese Feuerwehr nicht mehr einsatzbereit und so sollten die männlichen Bürger zwangsweise zum Feuerwehrdienst verpflichtet werden. Inzwischen kommen derartige Meldungen von der Nordsee bis zum Schwarzwald. So kommt es schon hier und da vor, dass man nicht so genau schaut, wer da so kommt. Nur in sehr seltenen Fällen, wird die Übernahme von Nachwuchskräften abgelehnt. Hierfür liegen die Gründe meistens jedoch im fehlenden Teamwillen oder bei Verstößen gegen Weisungen. Und so wird auch schon einmal jemand genommen, den man vor Jahren, als noch eine große Auswahl an Bewerben bestand, nicht aufgenommen hätte. Allerdings muss dafür mit einem hohen Preis gezahlt werden, nämlich dass die Auswahl der Bewerber nur sehr oberflächlich geschehen kann. Wir prüfen sehr gewissenhaft die Frage, ob jemand für den Dienst bei der Polizei oder bei einer Spezialeinheit der Bundeswehr tauglich ist. Trotz des Rückgangs potenzieller Bewerber bei den Jugend- und freiwilligen Feuerwehren darf es zu keiner Absenkung der physischen und psychischen Anforderungen an die Bewerber und Mitglieder bei freiwilligen Feuerwehren und Jugendfeuerwehren kommen. Volksstimme: Was könnte man also im Vorfeld tun?

Stolt: Neben den unmittelbaren Auswirkungen auf die Verbandsarbeit in den Städten und Kreisen, in den Ländern und auf Bundesebene darf insbesondere die Frage der “mentalen Brandschutztauglichkeit” nicht vernachlässigt werden. Es kann bedenklich stimmen, dass, anders als bei der Auswahl anderer BOS, bei den Feuerwehren hauptsächlich die körperliche Eignung, zum Beispiel als Atemschutzgeräteträger zählt, der “Zustand der geistigen Haltung” jedoch gern übersehen wird. Volksstimme: Welche Auswirkungen hat die Aufnahmen von Mädchen und Frauen in die Feuerwehren?

Stolt: Frauen sind fast nie unter den “Brandstiftern” in den freiwilligen Feuerwehren und auch grundsätzlich weniger an aufgeklärten Straftaten beteiligt. Davon begehen prozentual Frauen eher die weniger schweren Straftaten. Brandstiftung gehört dagegen zu den Kapitalverbrechen. Frauen sind bei den Feuerwehren immer noch eine eher kleine Randgruppe. In der geringen Zahl weiblicher Feuerwehrangehöriger liegt wohl auch eines der Probleme mit brandstiftenden Feuerwehrmännern. Mädchen sind nicht so anfällig für die “Helden”-Geschichten. Es ist auch erwiesen, dass sie einen anderen Ton, andere Umgangsformen in die Gruppe bringen. Dabei ist Sensibilität ein wichtiges Schlüsselwort. Aber auch der sehr geringe Anteil von Frauen – obwohl in den letzten Jahren zunehmend – und die Auswirkungen auf die Gruppenverhältnisse bzw. Gruppenklima muss noch weiter untersucht werden.
Volksstimme: Sollten präventive Maßnahmen nur innerhalb der Wehren oder auch übergeordnet, also bei der Ausbildung, erfolgen?
Stolt: Für die Aus- und Fortbildung von Führungskräften der Feuerwehren sind neue Schulungskonzepte, die speziell auf diese Problematik abzielen, zu entwickeln. Gerade die Führungskräfte sollten auf Auffälligkeiten achten. In speziellen Lehrgängen an den Landesfeuerwehrschulen sollten sie für die Motivlagen von potenziellen Brandstiftern in den eigenen Reihen sensibilisiert und ihnen entsprechende Führungsmittel an die Hand gegeben werden. Vielleicht könnte sich auch zukünftig die Brand- und Katastrophenschutzschule in Heyrothsberge dieses Themas annehmen?

Ganz klar, das Hauptrisiko ist, wenn diese neuen Feuerwehrangehörigen sich selbst überlassen werden. Leider stehen heute auch bei den Feuerwehren oft Technik und Administration mehr im Mittelpunkt als der Mensch. Hier geht etwas verloren! Aus diesem Grund ist das Auswahlverfahren nur ein mehr oder weniger formaler Akt. Wichtiger wäre eine wirkliche Integration. Vorstellbar wären sogenannte “Tutoren”, also “Kümmerer” für junge Aktive, die selbst noch junge Feuerwehrmänner jedem Neuen zur Seite gestellt werden. Dabei sollen sie ihn bei seinen ersten Schritten begleiten und ihm helfen, frühzeitig mit falschen Vorstellungen aufzuräumen. Sehr wichtig ist die Gestaltung des Übergangs von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung. Dieser Übergang sollte nicht nur administrativ vollzogen, sondern auch intensiv menschlich begleitet werden. Es sollte auch über die “Kultur” in der Feuerwehr nachgedacht und offen gesprochen werden. Stammtischhelden, “Histörchen” aus der Vergangenheit und Großmannszucht sollten keinen Platz in einer modernen Feuerwehr haben. In diesem Zusammenhang muss leider auch wieder auf das leidige Thema Alkohol nach Einsätzen, bei Dienstversammlungen und Festen sowie seine negativen Wirkungen hingewiesen werden.
Volksstimme: In Sachsen-Anhalt gab es 2007 den Fall, dass ein verurteilter Brandstifter wieder in die freiwillige Feuerwehr aufgenommen wurde. Macht diese Art von Resozialisierung Ihrer Meinung nach Sinn?
Stolt: Die Täter sind oft noch sehr jung und stehen am Anfang ihres Lebensweges! Es gilt, was für jeden Geltung hat, der straffällig wird. Er muss sich mit seiner Tat und den Opfern auseinandersetzen. Er muss die straf- und zivilrechtlichen Konsequenzen tragen. Aber er hat auch die Chancen und Möglichkeiten, nach den Lehren aus seiner Tat einen anderen Weg zu beschreiten. Dies wird sicherlich kein einfacher Weg sein.

Das Sigma “Brandstifter als Feuerwehrmann” wird diesen Weg auch nicht gerade erleichtern. Vielleicht hilft der Umgang mit der Schuld jedoch diesen jungen Menschen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, ohne falsches Heldentum. Schnell ist man mit “Ausschluss” und “Rauswerfen” dabei. Doch auch hier sollte gelten, jeder einzelne Fall und die jeweilige Schwere der Schuld muss für sich bewertet werden. Aber eines ist auch klar. In der Regel wird es kein Zurück in die Feuerwehr geben.
Volksstimme: Also schließen Sie den Weg von Brandstiftern zurück in die Feuerwehr nicht aus?

Stolt: Doch, vor allem, wenn er aus Gründen der rückläufigen Mitgliederzahlen erfolgt. “Wir sind eine kleine Wehr, haben zu wenig Aktive. Bei uns kommt es auf jeden Kameraden an”, sagte der Leiter der Feuerwehr in Edersleben (Sachsen-Anhalt), Renato Weidemann. Daher scheute sich diese freiwillige Feuerwehr auch nicht, einen verurteilten Brandstifter als Feuerwehrmann zu mindestens erst einmal in den Feuerwehrverein der Gemeinde wieder aufzunehmen. “Wir geben ihm eine zweite Chance.” Die Vereinsmitglieder hätten mit großer Mehrheit zugestimmt. Der junge Feuerwehrmann war im Herbst 2007 wegen Brandstiftung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Auch wenn der 20-Jährige formal seine Eignung als Feuerwehrmann bewiesen und seine Bewährungsstrafe verbüßt hat, kann und darf Mitgliedermangel kein Argument dafür sein, dass ein verurteilter Brandstifter wieder in eine FF aufgenommen wird. Auch wenn dieses ungewöhnliche Vorgehen nicht gegen geltendes Recht verstoße, sollte darüber nachgedacht werden, ob dieser junge Feuerwehrmann diese “zweite Chance” auch nutzen kann. Allerdings sollte bei derartigen Entscheidungen auch ein wie in diesem Fall vom Landesfeuerwehrverband befürchteter Image-Schaden keine Rolle spielen.

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