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der Feuerwehr Blog

Archiv für Oktober, 2008

Bessere Orientierung im Rauch für Feuerwehrleute bei Brandeinsätzen

Sonntag 26. Oktober 2008 von fb

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt landmarke entwickelt auf Basis neuster Computertechnologie ein Navigationssystem für Feuerwehrleute. Rettungseinsätze in verrauchten Gebäuden und Umgebungen würden dadurch weniger gefährlich und auch die Rettungschancen voraussichtlich steigen. Zum Projektstart nahmen die Forscher beim Institut der Feuerwehr von Nordrhein-Westfalen an Einsatzübungen teil.

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rauchEin Löschzug im Einsatz bei einem Wohnungsbrand: Aus dem zweiten Stockwerk dringt Rauch. Eine Person befindet sich noch in der Wohnung. Der Leiterwagen wird in Stellung gebracht, die Schläuche verlegt. In Zweiertrupps dringen die Einsatzkräfte unter Atemschutz in das Gebäude vor. Das Kommando lautet “Menschenleben in Gefahr”. Mit der schweren Ausrüstung ertasten sie sich ihren Weg im verrauchten Gebäude – kriechend, um der Hitze zu entgehen. Die Kommunikation ist durch die Atemschutzmasken schwierig, dennoch müssen sich die Trupppartner verständigen. Jedes Detail ist wichtig für die Orientierung, der Rückzugsweg muss gesichert bleiben. Als die Atemluft langsam knapp wird, finden sie endlich die Bewohnerin. Über Funk informieren sie ihre Kollegen und bergen die Person aus dem Gebäude.

Das Besondere: Der Löschzug bestand zur Hälfte aus Forschern des landmarke-Projekts, das mit Hilfe neuster Computertechnologie ein Navigationssystem für Einsätze in verrauchten Umgebungen entwickelt. Der simulierte Einsatz war Teil des ersten Projekt-Workshops und Basis einer stark anwendungsorientierten Forschungsmethodik, die das Projekt landmarke aufgrund der Erfahrungen des Fraunhofer FIT aus ähnlichen Projekten verfolgt. Die Einsatzübung wurde in Europas modernstem Trainingszentrum des Instituts der Feuerwehr von Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts werden einen wichtigen Beitrag für eine erhöhte Sicherheit der Feuerwehrleute in realen Einsätzen leisten.

“Man muss ein umfassendes Verständnis der Einsatzpraxis gewinnen und gleichzeitig den Austausch zwischen den Anwendungsexperten und uns als Technologieentwickler gezielt fördern. Nur so wird die neue Technologie später den harten Anforderungen des tatsächlich Einsatzes gewachsen sein. Wir wollen zusammen mit den Partnern der Feuerwehr bewährte Einsatztaktiken auf Basis neuer Technologien weiterentwickeln”, so Tobias Dyrks, der bei Fraunhofer FIT das Projekt betreut und die Entwicklung der in die Feuerwehr-Schutzkleidung integrierten Mensch-Computer Schnittstellen koordiniert.

In der Vision der Forscher markieren die Einsatzkräfte wichtige Referenzpunkte mit interaktiven Komponenten, den so genannten Landmarken, die Sensor- und Übertragungstechnik beinhalten. Die interaktive Kleidung des Feuerwehrmanns interagiert mit der Sensorik der Landmarken. Beispielsweise werden Informationen über Position und Temperatur ausgetauscht und so die Wahrnehmung der Umgebung angereichert. Per Funk oder in Lagebesprechungen kann der Feuerwehrmann auf das Referenzsystem verweisen. Das gemeinsame Verständnis der Lage vor Ort wird verbessert.

Fraunhofer FIT arbeitet zusammen mit der Berufsfeuerwehr Köln, dem Institut der Feuerwehr in NRW sowie mit Partnern aus Industrie und Forschung. Die Firmen Dräger Safety, der Sensorspezialist Winckel und die Interactive Wear AG gewährleisten marktfähige Systemlösungen. Unter der Gesamtkoordination der Universität Siegen bringt das Telecooperation Office der Universität Karlsruhe gemeinsam mit dem Bremer Institut für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaft Know-How ein.

Das Projekt landmarke wird über eine Laufzeit von 3 Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms “Forschung für zivile Sicherheit” als Teil der Hightech-Strategie der Deutschen Bundesregierung gefördert.

Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, Sankt Augustin

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Höchste Feuerwehr-Auszeichnung für von der Leyen

Mittwoch 15. Oktober 2008 von fb

Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen ist von Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), mit der Deutschen Feuerwehr-Ehrenmedaille ausgezeichnet worden. „Ich danke Ihnen für die große Offenheit, Begeisterungsfähigkeit und positive Ausstrahlung auf unser Anliegen, mehr Frauen und mehr junge Menschen für die Feuerwehren zu gewinnen“, erklärte Kröger in seiner Laudatio beim 3. Berliner Abend der deutschen Feuerwehren. Die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille ist die höchste DFV-Auszeichnung für Personen, die nicht aktiv einer Feuerwehr angehören.

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dfv_ehrung_von_der_leyenMit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatte der DFV in den vergangenen drei Jahren das Projekt „Mädchen und Frauen in den Freiwilligen Feuerwehren“ durchgeführt. Von der Leyen hatte sich mehrfach persönlich an Projektmaßnahmen beteiligt: So eröffnete sie die Feuerwehr-Jahresaktion „Frauen am Zug“ und griff beim Tag der Offenen Bundesministerien selbst zum Feuerlöscher. 

DFV-Präsident Hans-Peter Kröger zog ein überaus erfolgreiches Resümee: „Jedes 13. Feuerwehr-Mitglied ist eine Frau. Inzwischen sind rund 78.000 Frauen in den Freiwilligen Feuerwehren aktiv, zehn Prozent mehr als vor Beginn unseres Projektes vor drei Jahren. Allein im vergangenen Jahr sind 2.700 Frauen im Einsatzdienst neu dazugekommen. Sie sind uns herzlich willkommen.“

Zum 3. Berliner Abend in der Feuerwache Tiergarten hatten sich rund 100 Bundestagsabgeordnete und weit mehr als 200 Feuerwehr-Führungskräfte und Multiplikatoren aus den Ländern, Kreisen und Städten sowie Vertreter aus Verwaltung, Verbänden und Wirtschaft angesagt, um gemeinsam über aktuelle Themen zu sprechen. 

Sehr aufmerksam beobachtet der Spitzenverband der Feuerwehren die Neufassung des Zivilschutzgesetzes, das sich derzeit in der Ressortabstimmung befindet. „Wir gehen fest davon aus, dass der Bund das vorgesehene Beschaffungsprogramm für 1.400 Feuerwehrfahrzeuge in den kommenden Jahren durchführt. Es ist unabdingbar, um das Sicherheitsniveau in Deutschland und das ehrenamtliche Engagement in den Feuerwehren auch in der Fläche dauerhaft zu erhalten“, betonte DFV-Präsident Kröger.

Dieses Engagement soll auch die Initiative Kultur-Landschaft Deutschland stärken, an der sich der DFV beteiligt. Die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann erläuterte beim Parlamentarischen Abend das gemeinsame Anliegen, öffentliches Bewusstsein zu schaffen, Interessen mit anderen Engagementgruppen im ländlichen Raum gemeinsam zu vertreten und das ehrenamtliche Engagement dort zu stärken.

Gravierende Auswirkungen gerade auf die Feuerwehren in ländlichen Regionen hat die Gewichtsgrenze zum Fahren von Kleintransportern, die kleine Löschfahrzeuge zunehmend aus dem Pkw-Führerschein ausschließt. Feuerwehr-Präsident Kröger: „Der DFV begrüßt und unterstützt die Bundesratsinitiative Bayerns zum Fahrerlaubnisrecht, die in dieser Woche in den Ausschüssen des Bundesrates erörtert wird – ebenso wie die bayerische Initiative Bayerns zur Sozialversicherungspflicht. Es muss klargestellt werden, dass die Ausübung eines Ehrenamtes keine sozialversicherungspflichtige, abhängige Beschäftigung ist.“

Eine interfraktionelle Arbeitsgruppe von Abgeordneten überreichte DFV-Präsident Kröger das Grünbuch „Risiken und Herausforderungen für die Öffentliche Sicherheit in Deutschland – Szenarien und Leitfragen“. Kröger dankte dem Abgeordneten Gerold Reichenbach, der die Analyse initiiert und mit Expertenteams umgesetzt hatte.

DFV-Präsident Kröger dankte abschließend der Berliner Feuerwehr sowie den Sponsoren Daimler und T-Mobile für die Unterstützung des 3. Berliner Abends. Der 4. Berliner Abend findet am 4. März 2009 in Verbindung mit dem 1. DFV-Politikkongress statt.
Deutscher Feuerwehrverband e.V.

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